TL;DR
- David Furnish warnt vor Kürzungen bei HIV-Hilfen.
- Kriminalisierung bedroht den Zugang von LGBTQ-Gesundheit.
- Der Beginn von PrEP ist deutlich zurückgegangen.
- Die Geschichte von ACT UP ist für den Aktivismus von zentraler Bedeutung.
- Gleichheit ist für die öffentliche Gesundheit unerlässlich.
In einem leidenschaftlichen Kommentar hat David Furnish, der kanadische Filmemacher und Ehemann von Elton John, Alarm geschlagen darüber, wie die Politik jahrzehntelange Fortschritte im Kampf gegen AIDS gefährdet. In Independent Voices schreibt Furnish, dass der eigentliche Feind nicht das Virus selbst sei, sondern das politische Klima, das gemeinschaftsgeleitete HIV-Reaktionen aktiv untergräbt.
"Ich schreibe das, weil dieses Vermächtnis nun bedroht ist. Die Bedrohung ist nicht das Virus. Es ist die Politik," erklärte er und betonte, dass Kürzungen bei Präventions- und Versorgungssystemen besonders schädlich seien, wo Stigma den Zugang zu Gesundheitsversorgung für LGBTQ+-Menschen bereits erschwert. Mit dem Abbau essenzieller Dienste befürchtet Furnish, dass die hart erkämpften Fortschritte in der HIV-Prävention uns durch die Finger gleiten.

Furnish hebt die Bedeutung neuerer Präventionswerkzeuge hervor, etwa langwirksamer PrEP-Optionen wie Lenacapavir, die er als "einen der bedeutendsten Fortschritte in der HIV-Prävention einer Generation" beschreibt. Zugleich warnt er jedoch, dass diese Entwicklungen von alarmierenden Zahlen überschattet werden: In den Vereinigten Staaten verzeichnet der President’s Emergency Plan for AIDS Relief (PEPFAR) einen drastischen Rückgang der Einleitung von PrEP um 41 Prozent. Außerdem zeigen Daten, dass sich 2025 4,7 Millionen weniger Menschen auf HIV testen ließen als im Vorjahr.
Die Wurzeln der heutigen Systeme zur HIV-Prävention und -Behandlung lassen sich auf den entschlossenen Aktivismus der 1980er- und 1990er-Jahre zurückführen. Furnish erinnert daran, wie die AIDS Coalition to Unleash Power (ACT UP) mit Protesten für Aufsehen sorgte, die zu bedeutenden Veränderungen bei der Arzneimittelzulassung führten. "Im Oktober 1988 protestierten rund 1.500 ACT-UP-Mitglieder am Hauptsitz der US-amerikanischen Food and Drug Administration in Maryland," schreibt er und weist darauf hin, dass ihre Bemühungen dazu führten, dass sich die FDA verpflichtete, ihren Zulassungsprozess für Medikamente zu verkürzen – eine Änderung, die unzählige Leben gerettet hat.

Doch der Trend dreht sich erneut. Furnish verweist auf eine beunruhigende Entwicklung: 2025 bestätigte UNAIDS, dass die Zahl der Länder, die gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen und den Geschlechtsausdruck von trans und genderdiversen Menschen kriminalisieren, erstmals seit Beginn der Überwachung im Jahr 2008 gestiegen ist. Diese Kriminalisierung geht mit einer Unterfinanzierung von LGBTQ+-Organisationen der Zivilgesellschaft einher, was es diesen Gruppen zunehmend erschwert, zu arbeiten und ihre Gemeinschaften zu unterstützen. "Wenn Regierungen aufhören, LGBTQ+-Menschen zu zählen, machen sie es leichter, sie im Stich zu lassen," warnt er und unterstreicht damit den Zusammenhang zwischen Gleichheit und öffentlicher Gesundheit.
Furnishs leidenschaftlicher Appell ist eine wichtige Erinnerung daran, dass der Kampf gegen AIDS nicht nur ein medizinisches Thema ist, sondern eine Frage der Menschenrechte. Wie er es treffend formuliert: "Gleichheit ist nicht getrennt von der öffentlichen Gesundheit. Sie ist öffentliche Gesundheit." Angesichts der noch nie so hohen Einsätze ist es an der Zeit, dass sich die LGBTQ+-Community und ihre Verbündeten zusammenschließen und dafür sorgen, dass die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte nicht durch politische Nachlässigkeit verloren gehen.







Kommentare (0)
An der Diskussion teilnehmen