Die Wissenschaft liefert diese Woche ordentlich schwule-Vater-Energie, denn chinesische Forschende haben offiziell fruchtbare Mäuse aus zwei biologischen Vätern erzeugt – und ja, diese Mäuseväter haben anschließend selbst Nachwuchs bekommen. Der Durchbruch, angekündigt von einem Team der Shanghai Jiao Tong University, könnte die Welt der gleichgeschlechtlichen Elternschaft und der genetischen Fortpflanzung grundlegend verändern.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Wissenschaft versucht hat, queere Reproduktion zu ermöglichen: Mäuse mit zwei Müttern sind schon früher geboren worden, und sogar Mäuse mit zwei Vätern wurden technisch gesehen vor ein paar Jahren bereits erzeugt. Doch diesmal erreichten die bi-paternalen Jungen das Erwachsenenalter und zeugten selbst Nachwuchs. Das ist nicht nur Fortschritt; das ist Geschichte in Entstehung – mit Schnurrhaaren.

Hier die wissenschaftliche Kurzfassung: Zwei Samenzellen wurden in eine Eizelle zusammengeführt, deren Zellkern entfernt worden war. Anschließend programmierten Forschende mithilfe von Gen-Editing-Magie die DNA gerade so um, dass sich ein Embryo entwickeln konnte. Nach der Implantation in eine Leihmutter-Maus überlebten zwei von 259 Embryonen. Diese Überlebenden wurden zu gesunden Männchen, die dann das taten, was alle Väter irgendwann tun – Chaos großziehen, ein Junges nach dem anderen.

Die Auswirkungen sind enorm. Auch wenn es noch zu früh – und ethisch heikel – ist, um zu behaupten, so etwas könne schon bald beim Menschen passieren, räumen Expertinnen und Experten ein, dass die Tür zu künftigen Möglichkeiten definitiv einen Spalt offensteht. Wie eine molekulargenetische Fachperson sagte, sei die zentrale Hürde für gleichgeschlechtliche Fortpflanzung bei Säugetieren – das genomische Imprinting – nun als überwindbar erwiesen. Die Wissenschaft, Liebling, wird sehr schwul.

Aber nicht alle sind vor Begeisterung außer sich. PETA kritisierte die Studie als „rainbow-washed“ und behauptete, die Forschung sei eher grotesk als bahnbrechend. „Echter Fortschritt liegt in modernsten, für den Menschen relevanten, tierfreien Methoden“, sagte ihr Wissenschaftsberater Jeffrey Brown. Dennoch wirft das Experiment berechtigte Fragen auf: Wie weit sind wir bereit zu gehen, um Biologie inklusiver zu machen, und welcher Preis ist akzeptabel, um den Bauplan der Natur herauszufordern?

Was das für die LGBTQ+-Community bedeutet

Seien wir ehrlich – es geht hier nicht um Mäuse. Es geht um eine Vision. Für schwule Paare, besonders Männer, war die Vorstellung, genetisch verwandte Kinder zu haben, lange ein ferner Traum außerhalb von Leihmutterschaft und Eizellspende. Diese Forschung rückt eine Zukunft näher, in der biologische Elternschaft keine Mutter und keinen Vater erfordert, sondern nur sehr viel Wissenschaft und die Bereitschaft, neu zu denken, wie Familie aussieht.

Sie öffnet außerdem die Tür dazu, reproduktive Normen neu zu definieren. In einer Welt, in der Gesetzgebung LGBTQ+-Familien oft einschränken will, tut die Wissenschaft still und stolz das Gegenteil – sie erweitert unsere Möglichkeiten. Und auch wenn wir noch Jahre (vielleicht Jahrzehnte) davon entfernt sind, dass das beim Menschen Realität wird, ist schon die Symbolik kraftvoll. Zwei Väter. Eine Familie. Kein Kompromiss.

Ob du also ein queeres Paar bist, das von einem Baby träumt, oder einfach ein Wissenschafts-Nerd mit einer Vorliebe für Regenbogen-Durchbrüche: Eines ist klar – die Biologie erzählt keine gerade Geschichte mehr.

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Über den Autor

Michael Johnson

Michael Johnson, gemeinhin als Mike bezeichnet, ist ein leidenschaftlicher Fürsprecher und Journalist, der sich auf LGBTQ+-Rechte spezialisiert hat. Mit einem Hintergrund in Sozialarbeit und einem Master in Journalismus…

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