TL;DR
- Konservative nutzen Volksinitiativen, um die Rechte von Transpersonen ins Visier zu nehmen.
- Fünf anti-trans Maßnahmen sind für die Wahlen im November bestätigt.
- Aktivist:innen mobilisieren sich, um diesen Initiativen entgegenzutreten.
- Die Strategie erinnert an frühere Bemühungen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe.
- Trans-Jugendliche sehen sich verstärkter Kontrolle und möglichem Schaden ausgesetzt.
Erinnert ihr euch an die Zeit, als Konservative versuchten, die gleichgeschlechtliche Ehe zu verbieten? Nun, sie sind wieder dabei, aber diesmal haben sie es auf die Rechte von Transpersonen abgesehen. Genau, Leute! Nach Jahren des Kampfes in den Parlamenten der Bundesstaaten hat die Anti-Trans-Bewegung eine neue Waffe gefunden: die Volksabstimmung. Und ich sage euch, für Transpersonen in ganz Amerika wird der Wahltag gleich richtig ernst.
Unterschriftensammler tauchen in Colorado auf Bauernmärkten und auf den Parkplätzen von Supermärkten auf, Klemmbretter in der Hand, und sammeln Unterschriften für zwei Volksinitiativen. Die eine soll trans Mädchen von der Teilnahme am Schulsport ausschließen, während die andere geschlechtsangleichende Operationen für Minderjährige verbieten will. Und wisst ihr was? Dahinter steckt ernsthafte Unterstützung. Die katholischen Bischöfe Colorados drängen die Pfarreien dazu, Unterschriftensammlungen zu beherbergen, und der leitende Pastor der Flatirons Community Church macht ebenfalls mit und bittet seine Gemeinde zu unterschreiben. Das ist mal eine koordinierte Aktion!

Was als lokale Kampagne begann, ist in Wirklichkeit Teil einer breiteren nationalen Strategie, die sich in Bundesstaaten wie Maine, Washington, Colorado und Missouri entfaltet. Das Ziel? Den Kampf um die Rechte von Transpersonen aus den Händen der Abgeordneten zu nehmen, wo Befürworter:innen viele Gesetzentwürfe erfolgreich blockiert haben, und ihn direkt den Wähler:innen vorzulegen. Spoiler: Es funktioniert. Für die allgemeine Wahl im November sind mindestens fünf anti-trans Volksabstimmungen bestätigt oder praktisch bestätigt. Zwei davon in Colorado, eine im Bundesstaat Washington, eine in Maine, und in Missouri würde eine Maßnahme geschlechtsangleichende Versorgung für Minderjährige verbieten und zugleich die von den Wähler:innen vor nur zwei Jahren gebilligten Abtreibungsrechte zurücknehmen.
„Das erinnert an 2004 und an das Drehbuch rund um die Ehegleichheit“, sagt Alana Jochum von Advocates for Trans Equality. „Unsere Gegner greifen zu einem alten Drehbuch, um eine kleine Bevölkerungsgruppe zum Sündenbock zu machen.“ 2004 tauchten Verbote der gleichgeschlechtlichen Ehe in elf Bundesstaaten auf den Wahlzetteln auf, und alle wurden angenommen. Heute sehen wir ein ähnliches Muster, während anti-trans Gesetzesentwürfe die Parlamente der Bundesstaaten überschwemmen.
Allein im vergangenen Jahr wurden landesweit über 700 anti-trans Gesetzesentwürfe eingebracht, und Befürworter:innen konnten etwa 90 Prozent davon zu Fall bringen. Doch mit dieser neuen Strategie hoffen die Gesetzesgegner:innen, dass, wenn die Abgeordneten keine Beschränkungen durchsetzen können, die Wähler:innen es tun werden. Und die Folgen dieser Maßnahmen sind sehr real. Colorados Initiative 110 würde geschlechtsangleichende Operationen für Minderjährige verbieten, obwohl die großen Kinderkrankenhäuser des Bundesstaates diese ohnehin nicht durchführen. Initiative 109 würde trans Mädchen vom Schulsport ausschließen, und es gibt keine verlässlichen Daten darüber, wie viele trans Schülerathlet:innen es im Bundesstaat überhaupt gibt.
In Washington würde eine vorgeschlagene Maßnahme vor der Teilnahme von Mädchen am Schulsport eine Geschlechtsüberprüfung durch eine medizinische Fachkraft verlangen, basierend auf Anatomie, Genetik oder Testosteronwerten. Gegner:innen schlagen Alarm, dass dadurch alle Mädchen einer invasiven Kontrolle ausgesetzt werden könnten. In Maine würde ein Vorschlag Schulen verpflichten, Sportmannschaften und Einrichtungen auf der Grundlage des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts zuzuordnen, trotz bestehender Schutzmaßnahmen nach Landesrecht. Zu dieser Maßnahme findet derzeit eine Anhörung statt.
Missouris Verfassungsänderung 3 geht noch weiter und schlägt vor, geschlechtsangleichende Versorgung für Minderjährige zu verbieten und dieses Verbot mit der Rücknahme von Abtreibungsrechten zu verknüpfen. Umfragen deuten darauf hin, dass diese Kombination die Unterstützung für die Maßnahme sogar erhöht. „Unsere Gegner versuchen, Wähler:innen zu verwirren und die körperliche Selbstbestimmung zu untergraben“, warnt Jochum.
Aber keine Sorge! Befürworter:innen organisieren sich als Reaktion darauf. Eine Koalition namens Rising Together bringt in Missouri insbesondere Gruppen für reproduktive Rechte und LGBTQ+-Gruppen zusammen. „Die Gruppen für reproduktive Rechte sagten: ‚Wir werden Bewegungen nicht gegeneinander ausspielen‘“, sagt Fields Figueredo. „Jede unserer Befreiungen ist miteinander verbunden.“
Dennoch trifft die Last dieses Kampfes nicht alle gleich. Es sind trans Jugendliche, ihre Familien und ihre Gemeinschaften, die nun zusehen, wie über ihre Rechte abgestimmt wird. „Ich glaube, dass sich der Bogen der Geschichte in Richtung Inklusion und Gleichberechtigung biegt“, sagt Jochum. „Aber bis dahin versuchen unsere Gegner, uns mit Angst zu spalten.“ Und dieses „bis dahin“ hat ein Datum: den 3. November. Also merkt euch den Termin, Leute. Diesen Kampf können wir uns nicht leisten zu verlieren.
Mehr darüber, wie Konservative die Rechte von LGBTQ+ ins Visier nehmen, findet ihr in unserem Artikel darüber, wie sie Pete Buttigieg und seine Familie angreifen und den Fortschritt ignorieren, den wir gemeinsam erreicht haben. Hier weiterlesen.







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