Kurz gesagt

  • CNN-Mitarbeitende bereiten sich Berichten zufolge angesichts von Fusionsspekulationen auf mögliche Umbrüche vor.
  • Variety zufolge könnte Bari Weiss die Nachrichtenoperationen mit beaufsichtigen, falls Warner Bros. Discovery mit Paramount Skydance fusioniert.
  • Der Bericht verweist auf mögliche Abgänge, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung und Sorgen über den Verlust des Publikums.
  • Die Situation ist für die LGBTQ-Berichterstattung wichtig, weil die Redaktionsleitung prägen kann, wie über queere Themen berichtet wird.

Journalistinnen und Journalisten bei CNN überdenken Berichten zufolge ihre Zukunft, während die Spekulationen zunehmen, dass Bari Weiss am Ende eine Rolle bei der Aufsicht über die Nachrichtenredaktion des Senders übernehmen könnte.

Laut einem neuen Variety-Bericht dreht sich das Gerede innerhalb von CNN um eine wahrscheinliche Fusion zwischen Warner Bros. Discovery, der Muttergesellschaft von CNN, und Paramount Skydance, dem CBS gehört. Das Medium schreibt, Weiss könne mit einer anderen Führungskraft zusammengebracht werden — möglicherweise CNN-Nachrichtenchef Mark Thompson — um die Nachrichtenoperationen zu leiten, wobei diese Person dennoch dem derzeitigen CBS-Chef untergeordnet wäre.

Weiss, beschrieben als eine eher rechts der Mitte stehende, aber out queere Journalistin, wurde im Oktober Chefredakteurin von CBS News. Ihre Amtszeit war von Vorwürfen redaktioneller Einmischung geprägt, und die Folgen haben bereits zum Weggang prominenter Journalistinnen und Journalisten geführt, darunter Anderson Cooper, der out ist und seit Langem eine prägende CNN-Figur sowie regelmäßiger Beitragender zu 60 Minutes ist.

Der Druck bei CBS News hat auch einen seiner bekanntesten Namen erreicht. The Advocate berichtete, dass Scott Pelley, ein langjähriger 60-Minutes-Korrespondent, am 2. Juni entlassen wurde, nachdem er laut Bericht Mitarbeitenden gesagt haben soll, Weiss habe die Sendung „murdering“ und die Qualifikationen des neu ernannten ausführenden Produzenten Nick Bilton infrage gestellt. Die Belegschaft habe Pelley anschließend mit stehenden Ovationen verabschiedet, bevor er 24 Stunden später weg war.

Der jüngste Variety-Bericht legt nahe, dass CNN ähnliche Abgänge erleben könnte, falls Weiss dort Einfluss gewinnt. Die Korrespondentin für Rechtsfragen, Paula Reid, habe den Führungskräften bereits mitgeteilt, dass sie nach der Fusion gehen wolle, berichtete die Publikation im vergangenen Monat.

Einige Insider sagten Variety, dass die Sorge sich nicht nur auf Abgänge beziehe, sondern auch darauf, neue Talente zu gewinnen, wenn die Lage ungewiss bleibt.

„Menschen, die man wirklich haben will, werden keinen Vertrauenssprung machen, um dazuzustoßen, wenn es zu laut und zu chaotisch ist“, sagte eine Person.

Eine andere Quelle warnte, dass CNNs Größe und Komplexität gefährdet sein könnten, wenn Führungswechsel das Publikum entfremden.

„CNN ist ein sehr komplexer Vermögenswert. Es ist global, multiplattformfähig. In jedem Land stehen Kameras. Es hat eine riesige Armee von Talenten“, sagte die Quelle. „Es ist ein völlig anderes Biest als das lineare Fernsehen, und man könnte die Gans, die die goldenen Eier legt, durchaus töten … Wenn man durch Machenschaften an seinem Kernpublikum herumknabbert, könnte man dem Geschäft wirklich schaden.“

Der Bericht setzt die aktuelle Ungewissheit auch in den Kontext früherer Führungsentscheidungen bei CNN, darunter Bemühungen, die Berichterstattung über Präsident Donald Trump abzumildern. Variety weist darauf hin, dass der frühere CNN-Chef David Zaslav versuchte, Zuschauer von Fox News anzulocken, indem er aggressive Berichte über Trumps Korruption beendete; die Strategie endete schließlich damit, dass Don Lemon nach kontroversen Äußerungen über die republikanische Präsidentschaftskandidatin Nikki Haley entlassen wurde.

Für LGBTQ-Zuschauerinnen und -Zuschauer liegt die größere Bedeutung weniger in den beteiligten Persönlichkeiten als darin, wie die Redaktionsleitung die Berichterstattung über queere Menschen und Trans-Themen prägt. Weiss ist in Medienkreisen bereits zu einer polarisierenden Figur geworden, und jede weitere Bündelung der Kontrolle über große Nachrichtenmedien könnte beeinflussen, welche Geschichten Priorität erhalten, wie sie gerahmt werden und welche Stimmen im Raum bleiben.

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Über den Autor

Alexander Rivera

Alex Rivera, ein erfahrener politischer Journalist, bringt über ein Jahrzehnt Erfahrung in der Berichterstattung über die US-Politik mit. Als Absolvent der Journalism School der Columbia University ist Alex bekannt für…

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