Der in London ansässige Fotograf Walter Zak zieht Blicke auf sich und schält Schichten ab – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – mit seiner fortlaufenden „boys“-Reihe. Das NSFW-Projekt ist eine düstere, intime und bisweilen schonungslose Auseinandersetzung mit Männlichkeit, die die starren Normen dessen infrage stellt, wie ein Mann „aussehen sollte“. Durch seine Linse fängt Zak Momente roher Emotion, Stille und Schönheit ein und zeigt dabei oft Männer in unterschiedlichen Zuständen der Entkleidung – aber immer vollständig bekleidet in Verletzlichkeit.

Zak, der sich zunächst in der Bildenden Kunst einen Namen machte, bevor er sich der Mode-, Beauty- und Stilllebenfotografie zuwandte, bringt denselben künstlerischen Blick in seine Porträts ein. Seine Sujets posieren nicht nur; sie legen etwas offen. Und nicht nur Haut, sondern auch jene emotionale Nuancierung, die cis männlichen Körpern in den visuellen Medien nur selten zugestanden wird. „Mich faszinieren Menschen“, hat Zak gesagt – und in jedem Bild ist das zu sehen. Seine Kamera geiert nicht; sie hört zu. Die Jungs in seiner Reihe – fluide, verletzlich, manchmal kämpferisch – sagen mit subtilen Blicken und weichen Gliedmaßen viel aus.
Veröffentlicht in Titeln wie Vogue Italia, Tatler und Gay Times, bewegt sich Zaks Arbeit an der glitzernden Schnittstelle von queerer Sinnlichkeit und Hochkunst. Doch erwartet keine hyperpolierten männlichen Models, die sich in Öl präsentieren – seine Vision tendiert eher zum sanften Chaos des echten Lebens. Das ist keine Männlichkeit fürs Marketing. Es ist Männlichkeit, wie sie gelebt, hinterfragt und still geliebt wird.


Für die LGBTQ-Community sind Projekte wie das von Zak mehr als nur ästhetisch – sie sind bestärkend. In einer Medienlandschaft, die noch immer von binären Genderklischees und starren Erwartungen durchdrungen ist, ist die Sichtbarkeit männlicher Zärtlichkeit ein radikaler Akt. Queere Menschen haben Männlichkeit schon immer neu gedacht; Zak rahmt sie lediglich so, dass die Mehrheitsgesellschaft sie bemerkt. Seine Kunst schafft Raum für jene Sanftheit, die so oft ausgelöscht wird, und validiert damit ein Spektrum queerer Ausdrucksformen.


Während die „boys“-Reihe weitergeht, bleibt sie eine sich entwickelnde, eindringliche Feier des männlichen Körpers – nach queeren Maßstäben. In Walter Zaks Welt ist Verletzlichkeit stark, Stärke still, und gesehen zu werden ist das Sexieste überhaupt.








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